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Hilfe
für verarmte
Senioren
in Moskau
Münchener
Organisation kümmert sich um die "vergessenen Alten"
Von
Julia Lenders
"Die vergessenen Alten der Moskauer Armut" - so nennt
Dietrich Baer die Schützlinge der Münchener Hilfsorganisation "Altenhilfe
Moskau". Der 64- jährige Baer gehört zu den zwölf aktiven Mitgliedern
des Münchener Vereins, der sich die Betreuung von bettlägerigen
und verarmten alten Menschen in Moskau zur Aufgabe gemacht hat.
"Auch wenn wir nur wenige sind, bewirken wir viel", ist
Baer überzeugt. Der Verein habe die erste Altenpflegeschule in Russland
aufgebaut. In Zusammenarbeit mit der russischen Partnerorganisation
"Verein der barmherzigen Schwestern" sei ein mobiler Sozialdienst
in vier Moskauer Stadtbezirken eingerichtet worden. 35 Mitarbeiter
und zusätzlich die Schüler der Altenpflegeschule versorgen nach
seinen Angaben knapp 400 Senioren in der russischen Metropole. "Die
Schwestern kümmern sich um die Wohnung, die medizinische, hygienische
und auch menschliche Betreuung der Alten", erklärt Baer.
Benefizkonzerte
im Geisteig
Die Wohnungen seien beim Erstbesuch momentan meist in einem schrecklichen
Zustand, dreckig und winzig klein. Bei einem großem Teil der Senioren
handele es sich um Pflegefälle, um die sich bis
zum
Eingreifen des Münchener Vereins niemand gesorgt habe. Vor neun
Jahren wurde die ,,Altenhilfe
Moskau" vom Münchner Peter Böhm ins Leben gerufen. Der heute
75-Jährige war nach seiner Hochzeit mit einer Russin bei Familienbesuchen
auf den maroden Zustand des russischen Sozialsystems aufmerksam
geworden. Schockiert begann er bei Bekannten Sachspenden zu sammeln.
„Mit 16 Koffern im Gepäck ist er mit dem Zug nach Moskau und
verteilte die Spenden", erinnert sich Baer an das Engagement
seines Freundes. Um noch wirksamer helfen zu können, sei daraufhin
die Organisation ins Leben gerufen worden.
Mittlerweile hat die „Altenhilfe Moskau“ nach lnformationen von
Baer rund 500 Förderer. Ein Höhepunkt für Aktive und Freunde des
Vereins sind die jährlichen Benefizkonzerte im Münchener Kulturzentrum
Gasteig. Der Reinerlös der Veranstaltung, zu der am 30. März
auch der russische Opernstar Jewgenij Nesterenko gehört, komme zu
100 Prozent den Moskauer
Rentnern zu gute, versichert Baer.
Der älteste von der Hilfsorganisation betreute Moskauer ist Ilja
Grigorijewitsch: Der ehemalige Oberst, der für seine Dienste in
der damaligen sowjetischen Armee zahlreiche Orden erhielt, wurde
im vergangenen November 100. Seit fast zwei Jahren gehört
er nicht mehr zu den " vergessenen Alten der Moskauer
Armut" - er wird fast täglich von einer Mitarbeiterin der "Altenhilfe
Moskau" besucht.
dpa
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