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Informationen für Spender und Freunde

Unser "Mobiler Sozialdienst" in Moskau

 Anna Stscherbakowa - die Leiterin der Sozialstation Tuschino - erzählt von Ihrer Arbeit

  
 



Wir starteten unseren Mobilen Sozialdienst Tuschino (ein nordwestlicher Stadtbezirk von Moskau) im Mai 1997. Ziel ist die kostenlose medizinische, psychische, soziale und häusliche Betreuung armer, alter, vereinsamter und meist bettlägeriger Menschen in ihren Wohnungen.

In meiner Sozialstation arbeiten 16 Krankenschwestern und 2 Frisörinnen. Alle Krankenschwestern haben einen Vorbereitungskurs in unserer Altenpflegeschule absolviert. Ich bin Krankenschwester und habe eine Zusatzausbildung als Altenpflegerin in der Altenpflegeschule in Moskau und die 18 monatige Weiterbildung in einem Altenheim in München absolviert.

Wir betreuen 130 Menschen, die Allerbedürftigsten aus den Moskauer Bezirken Nord-, und Südtuschino, sowie Pokrowskoje-Streschnewo.

Die Arbeit der Schwestern wird nach einem persönlichen Wochenplan durchgeführt, abgestimmt auf den Zustand und die Bedürfnisse des zu Pflegenden. Die Arbeiten werden in Rechenschaftsberichten dokumentiert und vom Betreuten abgezeichnet.

Bei der Entscheidung zur Übernahme einer Person in die Pflege begutachte ich die Gesundheit, die körperliche Konstitution aber auch die sanitären Zustände der Wohnung.

Die Krankenschwestern führen ärztliche Anordungen durch (Injektionen, Verbände, Einreibungen, Klistiere). Sie beschaffen Medikamente und helfen bei der Einnahme. Sie kontrollieren den Blutdruck und die Körpertemperatur. Sie helfen bei der Körperhygiene, bereiten auch Speisen zu und füttern bei Bedarf. Sie begleichen Rechnungen für den Haushalt, begleiten bei Spaziergängen und reden einfach; geben Ratschläge und hören zu, was besonders wichtig ist für einsame Menschen.

Zur optimalen Pflege benötigen wir Krücken, Rollstühle, Spritzen, Verbandsmaterial, Pampers, Gummiunterlagen, Nachtgeschirr, Katheder, Gummistrümpfe, Wasch- und Desinfektionsmittel, Hautpflegemittel, Handschuhe und vieles mehr. Alle diese Sachen bezahlt Altenhilfe Moskau.

Unsere Alten erhalten regelmäßig frisches Brot von unserer sozialen Bäckerei, die von einem

Verein in Weilheim finanziert wird. Zu Weihnachten, Geburtstagen und anderen Feiertagen bemühen wir uns, irgendeine Kleinigkeit oder etwas Bargeld zu überreichen.

Die Betreuten freuen sich über die Besuche der ihnen vertrauten Schwestern. Sie sind nicht mehr allein, man denkt an sie und kümmert sich um sie.

So erleichtern wir unseren Schützlingen das Leben, das wieder ein wenig lebenswerter ist. Der körperliche und seelische Schmerz verschwindet, die Kraft wächst, Hoffnung blüht und die Seele hellt sich auf.

Wir spüren immer wieder die Dankbarkeit, die unsere nun nicht mehr "vergessenen Alten" empfinden, gegenüber dem Moskauer Verein der Barmherzigen Schwestern und Altenhilfe Moskau für das große Engagement.

Auch ich möchte die Gelegenheit wahrnehmen, Altenhilfe Moskau und den vielen Spendern in Deutschland zu danken, denen das Schicksal der russischen Alten nicht gleichgültig ist.

Moskau, Januar 2001