Ausgabe 16 – November 2004
Liebe
Spenderinnen und
Spender,
liebe
Freundinnen und Freunde unseres Vereins,
Freunde und Mitglieder unseres Verein
werfen mir manchmal vor, dass ich mich in meinen Infoschreiben
oft wiederhole. Ich schreibe zu oft von der Notsituation
der armen und pflegebedürftigen Alten, von den „Neuen
Russen“, die Millionen und Milliarden scheffeln, keine Steuern
zahlen und ihr Geld ins Ausland transferieren, wo sie sich in
den mondänsten Orten der Welt
ansiedeln und wo sie mit vollen Zügen ihr Geld in den teuersten
Hotels und Geschäften ausgeben.
Und zu oft schreibe ich von der kalten Supergroßstadt Moskau,
die kein Herz für die Alten hat, wo auf Tausenden riesigen
Reklametafeln und im Fernsehen Luxusgüter angeboten
werden, die sich ein Großteil der Bevölkerung nicht leisten
kann. Und sicherlich nicht die Menschen, um die wir uns kümmern
und die wir betreuen.
Vor 3 Wochen kam
ich mit meiner Frau von einem
10-tägigen Aufenthalt in Moskau zurück und kann leider wieder
nichts anderes berichten. Die Schere zwischen arm und reich klafft
weiter auseinander als je zuvor, die Inflation beträgt wieder um
die 10%, es haben sich immer noch keine Sponsoren
unseres Moskauer Vereins gefunden, die Verständnis für
die Not der Alten zeigen – sie sind ja so überflüssig!. Und
die Stadt boomt weiter, es werden überall riesige Wohn- und
Bürohochhäuser gebaut, umgeben von spitzen Zäunen und
bewaffneter Wachmannschaft. Häuser, in denen sich
ein durchschnittlicher Rentner
von seiner Jahresrente
gerade einmal einen halben Quadratmeter Wohnraum kaufen könnte.
Wir wollen und
müssen daher weiter helfen, alten Menschen ein menschenwürdiges
Dasein zu ermöglichen. Wir wollen sie wieder zu Weihnachten mit
einem Lebensmittelpaket überraschen, wir wollen unseren
Sozialdienst weiter ausbauen und einen weiteren Altenklub auf die
Beine stellen. Aufgaben, die nur mit weiteren Spendengeldern zu
verwirklichen sind.
Darum muss ich
Sie, liebe Spenderinnen und Spender, erneut bitten, ihr Herz zu
Weihnachten zu öffnen, und unsere Arbeit auch mit einer
Geldspende zu unterstützen.
Im Namen von Altenhilfe Moskau und im Namen der vielen alten
Menschen in Moskau danke ich Ihnen im Voraus für Ihre Hilfe und
Verständnis.
Mit
herzlichen Grüßen Ihr Peter Böhm
Das Benefizkonzert
2004 am 26. November
Noch ist es nicht
zu spät, noch sind Karten zu haben.
Bitte, vergessen Sie nicht, dass wir mit dem Erlös des diesjährigen
Konzertes wieder einigen Hundert unserer Betreuten mit einem
Lebensmittelpaket zu Weihnachten eine kleine Überraschung
bereiten wollen. Je höher die Einnahmen, d.h. je mehr
Karten wir verkaufen – und wir wollen wieder einen ausverkauften
Saal haben - desto mehr Freude können wir bereiten. Also, falls
Sie für diesen Abend nicht etwas anderes geplant haben, rufen Sie
doch noch an, die Telefonnummer kennen Sie ja: O700 3330 4440 (
0,12 € /Min.)
Unser Infostand
Am 23. Oktober -
bei wunderschönen Wetter -bauten wir wieder in der Münchner Fußgängerzone
unseren Infostand auf. Mitglieder unseres Vereins informierten
interessierte Besucher unseres Standes über die Arbeit unseres
Vereins in Moskau und
verteilten Informationsmaterial. Manche Besucher
diskutierten lebhaft über die
Zustände in Russland und über den Sinn und die
Notwendigkeit unseres Engagements und manchmal hörten wir die
alte Frage: Warum helfen nicht die vielen reichen „Neuen
Russen“. Da konnten wir nur antworten: diese Leute haben die Wörter
„Barmherzigkeit“ und „Nächstenliebe“
wahrscheinlich vergessen..
Die Georg Kraus
Stiftung
Die Georg Kraus
Stiftung aus Hagen stellt uns schon seit 3 Jahren Finanzmittel für
die Einstellung neuer Mitarbeiterinnen unserer beiden
Sozialstationen zur Verfügung. Bis heute hat sie die Bezahlung
der Gehälter von drei Krankenschwestern und 7 Helferinnen übernommen.
Die Stiftung arbeitet nach dem Motto: Vertrauen ist gut, Kontrolle
besser. Sie schickte daher zwei Mitarbeiterinnen zur Information
nach Moskau. In Begleitung unseres Vorsitzenden
informierten sie sich mit eigenen Augen von der Wirksamkeit
und Notwendigkeit unserer Arbeit. Wir hoffen nun, dass ihr Bericht
in Hagen so positiv ausfallen wird, dass wir auch im nächsten
Jahr mit weiterer
Unterstützung der Stiftung rechnen können.
Der Moskauer Verein
Die Situation in
unserer Partnerorganisation „Moskauer
Verein der Barmherzigen Schwestern“ ist z. Zt. naturgemäß sehr
bedrückt. Nach 12
anstrengenden aber erfolgreichen Jahren war der Entschluss, die
Altenpflegeschule zu schließen, ein sehr schmerzlicher
Schritt. Die Verantwortlichen mussten
nicht nur zahlreiche Mitarbeiter entlassen, sie verloren
aber hauptsächlich ihre finanzielle Unabhängigkeit. Durch die
regel- mäßigen Rückzahlen
der in Deutschland arbeitenden Absolventen waren sie finanziell
autark. Jetzt sind sie wieder auf unsere Unter stützung
angewiesen, was natürlich auch für uns eine zusätzliche
finanzielle Belastung darstellt. Noch dazu waren wir angesichts
der steigenden Inflationsrate in Russland
gezwun- gen, die Gehälter der Krankenschwestern und
Helferinnen zu erhöhen.
Wir können also nur hoffen,
dass uns unsere Spender nicht im Stich lassen und
wir auch in diesem Jahr genügend finanzielle Mittel zur
Verfügung haben werden, um unseren Verpflichtungen
nachkommen zu können.
Unsere
Weihnachtsaktion 2003
Auszüge aus einem
Schreiben von der behinderten L.W. Saweljewa:
...ich möchte
mich für die erwiesene Aufmerksamkeit bedanken. Vielen Dank für
das Lebensmittelpaket zum Neujahrsfest.
Für mich war Ihr
Geschenk die einzige Möglichkeit, das Neujahrsfest zu feiern und
zu spüren, dass ich noch am Leben bin. Sie haben mir diese
Feiertage zum Geschenk gemacht.
Das Leben
erscheint nicht so hoffnungslos, wenn es Menschen gibt, die an
kranke und einsame Menschen denken und ihnen helfen,
Vielen Dank, ich wünsche
Ihnen Gesundheit, Glück, Erfolg und Wohlergehen.
Ihre L.W.
Saweljewa
Moskau, im
Januar 2004