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Ausgabe 10 – November 2001
Liebe Spender,
Liebe Freunde unseres Vereins
Sie erhalten heute von uns wieder einen
"lnfobrief", in dem wir über unsere Arbeit berichten und in
dem wir um Unterstützung bitten, Und wir freuen uns immer über
die vielen Spenden, die uns danach erreichen. Mit Ihrer Hilfe können
wir unsere Arbeit in Moskau nicht nur fortführen, sondern auch
neue Projekte in Angriff nehmen.
Auch wenn von offizieller russischen
Seite oft optimistische Aussagen zur wirtschaftlichen Situation
und Zukunft zu hören sind, hat sich die Lage unserer" Vergessenen
Alten" nicht verbessert. Sie gehören immer noch zu den großen
Verlierern der russischen Demokratisierung. Die Renten werden zwar
ab und zu angehoben, aber die Preise steigen kontinuierlich. Nicht
nur Lebensmittel werden teurer, auch alle anderen Kosten des täglichen
Lebens verteuern sich: Mieten, Gas,' Strom, Wasser, Medikamente,
Transport, Kleidung. Die Preise erreichen, bzw. übertreffen
sogar westliches Niveau, aber die Rente beträgt nur einen Bruchteil
einer deutschen Rente. Die allgemeine Verteuerung betrifft aber
auch unsere Moskauer Mitarbeiter. Wir müssen in diesen Tagen
das Gehalt unserer z.Zt. über 40 Krankenschwestern um mindestens
10 Prozent erhöhen, um die enorme Inflation auszugleichen.
Wir waren in diesem Jahr so erfolgreich
im »Spendensammeln", dass wir wieder eine große Weihnachtsaktion
durchführen können. Wir haben unsere Moskauer Partner
gebeten, mindestens 1.000 bedürftige, alte Personen mit einem
Lebensmittelpaket im Wert von ca DM 25,- zu überraschen. Das
verursacht unseren Partnern vor Ort zusätzlich viel Arbeit,
aber die Freude und Dankbarkeit der Beschenkten wird ihnen Belohnung
sein.
Zum Schluss meines Schreibens möchte
ich mich ganz, ganz herzlich bedanken bei denen, die uns und damit
unsere Alten in Moskau unterstützt haben und Sie bitten, uns
auch im nächsten Jahr nicht zu vergessen. Ihnen allen wünsche
ich im Namen unserer Vereinsmitglieder geruhsame Weihnachtstage
und ein - hoffentlich -friedliches Neue Jahr.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr
gez. Peter Böhm
Informationen für
unsere Spender und Freunde
2001 - ein erfolgreiches Jahr
Obwohl das Jahr noch
nicht zu Ende ist, sind wir zuversichtlich, dass das Jahr 2001 für
uns ein sehr erfolgreiches Jahr werden wird und wir wieder ein Rekordergebnis
im Spendenaufkommen erwarten dürfen. Grund dafür ist hauptsächlich
die große Anzahl neuer Spender, aber auch eine Berücksichtigung
im Testament und der Verzicht vieler Spender auf die bei Jubiläen,
familiären Anlässen, Trauerfällen zu erwartenden
Aufmerksamkeiten zugunsten unseres Vereins. Ihre Zuwendung ist uns
Verpflichtung für ihre korrekte und kostenbewusste Verwendung.
Sie wissen: jede Spendenmark kommt unseren Projekten zugute, denn
alle anderen Ausgaben werden von den Erträgen unserer Benefizkonzerte
und anderen Veranstaltungen bezahlt.
Unser» Soziale Hausdienst
Wie schon in der Maiausgabe
unseres Infobriefes angekündigt, ist es uns gelungen, das neue
Projekt Sozialer Hausdienst" zu starten. Von den geplanten Neueinstellungen
von 20 neuen Mitarbeitern konnten unser Moskauer Partner bereits
10 zuverlässige Frauen finden, die nun jede ca 15 alte Menschen
in ihren Wohnungen betreuen werden. Wie bei allen unseren Vorhaben,
gab es auch bei der Realisierung dieses Projektes erhebliche Verzögerungen
durch die üblichen bürokratischen Behinderungen. Wir hoffen
aber, dass es gelingen wird bis zum Jahresende das vorgesehene Kontingent
von 20 neuen Mitarbeiterinnen und 300 betreuten Personen zu erreichen.
Der Moskauer Verein zieht um
Nach langen und schwierigen
Verhandlungen mit der Bürokratie ist es unseren Partnern in
Moskau gelungen, neue Räumlichkeiten für die Altenpflegeschule
und das Büro des Vereins anzumieten. Die bisherigen Räume
waren sehr beengt und die Rolle als ungern geduldeter Untermieter
im Altenheim Nr. 9 verursachte oft unnützen Arger mit der Direktion.
Die neuen und großzügigen Räume liegen ausserdem
viel zentraler und in der Nähe einer Metrostation. Zur Zeit
beginnen dort Renovierungsarbeiten und wir hoffen, dass wir schon
Anfang 2002 den normalen Schulbetrieb aufnehmen können.
Warum ich Spender wurde
Von Andreas Reheis
In diesem Sommer wurde
ich durch eine Anzeige in der Süddeutschen Zeitung auf Ihren
Verein aufmerksam. Ich bin 83 Jahre alt und möchte Ihnen einige
Erlebnisse aus meiner Zeit als Soldat im 2. Weltkrieg schildern.
Erlebnisse, die ausschlaggebend waren für meinen Entschluss,
Ihren Verein zu unterstützen. Ich werde nie vergessen, was
die Deutschen dem russischen Volk angetan haben. Beim ersten Einmarsch
winkten uns Frauen und Kinder zu und boten uns als Willkommensgruss
Brot und Käse an. Erst im Nachhinein haben wir verstanden:
sie sahen uns an als Befreier von der Sowjet-Diktatur. Die Befreiung
sah natürlich in den kommenden Jahren anders aus. Wir nahmen
den kleinen Bauern die einzige Kuh, die letzte Ziege oder Schaf
oder auch einen Rest von Heu, das wir für unsere Pferde brauchten.
Bei einem späteren Einsatz sollten von uns genutzte Telefonleitungen
in Feindrichtung getrennt werden. Hierzu musste ich auf einen 10m
hohen Strommast klettern. Von dieser hohen Warte bot sich mir ein
Bild des Grauens. Soweit das Auge reichte nur brennende Häuser
in ungezählten Dörfern. Später erfuhren wir: das
war die Aktion "verbrannte Erde". Man hatte in jedes dieser Häuser
eine Handgranate geworfen und damit den Ärmsten ihre Lebensgrundlage
vernichtet. Damals kam mir der Gedanke auf:" wehe uns, wenn wir
den Krieg verlierenl" Im Rückblick: ,wir sind gut davon gekommen."
Auch wenn ich persönlich niemals in diesem schrecklichen Ausrottungswahn
irgendeinem Menschen ein Leid zugefügt habe, fühle ich
den Wunsch, ihre lobenswerten Aktivitäten die Not alter und
kranker Menschen dort zu mildern - zu unterstützen. Hierzu
wünsche ich Ihnen die nötige Kraft und die Unterstützung
Vieler für Ihre Projekte,
Und zuletzt noch eine Bitte:
Ab Januar 2002 gibt es den Euro und wahrscheinlich
liegen bei Ihnen irgendwo versteckt noch Restgelder Ihres letzten
Urlaubs. Scheine, die Sie nur umständlich wieder los werden.
Spenden Sie
uns diese Scheine!! Senden
Sie Ihr Restgeld in einem Briefumschlag an unsere Adresse. Auf Wunsch
erhalten Sie eine Spendenbescheinigung.
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