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Infobrief  Dezember 2000

Liebe Freunde unseres Vereins,

in wenigen Tagen werden wir uns wieder Gedanken machen, wie wir das Neue Jahr begrüßen sollen. Feiern wir mit der Familie zu Hause oder bei Freunden? Vielleicht sollten wir eine Reise buchen - in die Berge oder irgendwohin, wo es warm ist und die Sonne scheint?

Solche Sorgen haben die Menschen nicht, um die sich unser Verein seit Jahren kümmert. Unser Mobile Sozialdienst betreut ja fast ausschließlich arme, alleinstehende und bettlägerige Personen. Sie werden das Neue Jahr wie immer zu Hause erwarten, allein in ihrem kleinen Zimmer. Gottlob wird aber tagsüber unsere Schwester vorbeikommen und ihnen ein kleines Geschenk von unserem Verein bringen. Ein Paket mit Lebensmitteln, die sie sich sonst nicht leisten könnten: Käse, Wurst, Süßigkeiten.

Es sind leider nicht allzuviele, denen wir auf solche Weise diesen Tag ein wenig feierlicher gestalten können. Denn die ganzjährige Betreuung und Pflege von z.Zt. ca 230 Personen kostet Geld. Es sind das Ihre Spenden, mit denen Sie uns unterstützen. Spenden, die wir bis auf den letzten Pfennig nach Moskau transferiert haben zur Bezahlung unserer 36 Mitarbeiter, der Putz- und Pflegemittel sowie aller weiteren Kosten der beiden Sozialstationen. Aber obwohl es dringend notwendig wäre, können wir ohne weitere Spenden den Kreis der Betreuten nicht erhalten und schon gar nicht vergrößern. Daher bitten wir Sie, uns auch weiterhin zu helfen.

Ich möchte mich bei allen, die uns im vergangenen Jahr unterstützt haben, ganz herzlich bedanken und die Hoffnung aussprechen, dass Sie uns auch im Neuen Jahr nicht vergessen. Gleichzeitig wünsche ich Ihnen im Namen des Vereins "Altenhilfe Moskau e.V." ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins nächste Jahr.

Unser Spendenaufkommen

Obwohl das Jahr 2000 noch nicht zu Ende ist, hoffen wir, dass wir wieder die Höhe unserer Spendeneinnahmen vom vergangenen Jahr erreichen werden. Das ist notwendig, da die Preise in Russland wieder enorm gestiegen sind. Die Inflationsrate erreichte erneut einen zweistelligen Prozentsatz. So waren wir gezwungen die Gehälter unserer Mitarbeiterinnen im Mobilen Sozialdienst anzupassen und zu erhöhen. Trotzdem hoffen wir, dass es uns durch Ihre Hilfe gelingen wird, weitere Krankenschwestern einzustellen und so den Kreis der Betreuten zu erweitern.

Die 2. „Spenderreise“

Im Juni d. J. veranstaltete unser Verein schon zum zweiten Mal eine 9-tägige, sehr erfolgreiche„Spenderreise “ nach Russland. Die 38 Teilnehmer besuchten die wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Moskau und St. Petersburg und konnten sich unter anderem davon überzeugen, dass beide Städte immer schöner werden, aber die Not von alten Menschen immer größer wird.

Auf dem Programm stand unter anderem eine Opernaufführung im Bolschoitheater, sowie eine Vorstellung im russischen Staatszirkus. Wie schon bei unserer ersten Reise im Jahr 1996 konnte das Ziel dieser Reise erreicht werden: den Teilnehmern das Land Russland ein wenig näher zu bringen und zu zeigen, dass unsere Arbeit – die Not von alten Menschen zu lindern – sinnvoll und notwendig ist, und dass die Spenden vernünftig verwendet werden.

Das Alten- und Service-Zentrum

Unser Kampf mit der russischen Bürokratie geht weiter. So ist es bis heute nicht gelungen, Räumlichkeiten für das geplante Alten- und Service-Zentrum zu erhalten. Wir sind aber fest entschlossen dieses lang geplante neue Projekt im nächsten Jahr zu eröffnen , wenn auch im kleineren Umfang. Auch bei diesem Projekt sind wir natürlich auf Ihre Unterstützung angewiesen.

Unsere Präsentation in Moskau

Unter der Schirmherrschaft des deutschen Botschafters fand am 22. November in den Räumen der deutschen Botschaft in Moskau eine Veranstaltung statt, auf der deutsche humanitäre Organisationen, die in Moskau tätig sind, sich vorstellen konnten. Auch unser Verein wurde eingeladen und so konnten wir anhand von Schautafeln und Prospekten Vertretern der deutschen und russischen Wirtschaft und Behörden, sowie deutschen und russischen Journalisten unsere Arbeit präsentieren. Diese Veranstal-tung war außerordentlich erfolgreich und wir hoffen nun nicht nur auf Spenden deutscher, in Moskau vertretenen Firmen, sondern endlich auch auf russische Sponsoren.

Warum ich Spenderin wurde

Durch Zufall bekam ich im Laufe des Jahres Unterlagen der „Altenhilfe Moskau“ in die Hände und war sofort von der Idee sehr berührt. Ich bat telefonisch um mehr Material und auch hier war ich von dem – noch anonymen – Gespräch angetan. Dann wurde ich zum „Spendertreffen“ eingeladen, herzlich begrüßt und konnte mich dort vor allem von der Integrität der Leitung des Vereins überzeugen. Die „Krönung“ war allerdings unsere Russlandreise im Juni d.J., während der wir die segensreiche Tätigkeit des Vereins zum Teil selbst in Augenschein nehmen konnten. Außerdem wurde uns Teilnehmern anläßlich eines kleinen Willkommensfestes im Altenheim Nr.9 in Moskau viel Wärme, Freude und Dankbarkeit entgegengebracht, wie ich es selten erlebte. Es ist nicht nur die engagierte Arbeit, sondern vor allem die Liebe , die die Mitarbeiter und Mithelfer „beflügelt“. Ich freue mich, ein kleiner Teil der „Altenhilfe Moskau-Familie“ zu sein.

( Christine Reiner )